42 Über Eduard von Simson, siehe James E. Dow, A Preußisch Liberal: Das Leben von Eduard von Simson (1981); Bernd-Rüdiger Kern und Klaus-Peter Schroeder (Eds.), Eduard von Simson (1810–99) (2001). Zum Aufstieg jüdischer Juristen und Juristen jüdischer Abstammung im Deutschland des 19. Jahrhunderts siehe Peter Landau, « Juristen jüdische Herkunft im Kaiserreich und in der Weimarer Republik », in Helmut Heinrichs, Harald Franzki, Klaus Schmalz und Michael Stolleis (Anm.), Deutsche Juristen jüdische Herkunft (1993), 133 ff.; Reinhard Zimmermann, « Was Heimat heißt, nun heißt es Hölle »: Die Auswanderung von Juristen aus Hitlerdeutschland: politischer Hintergrund, rechtlicher Rahmen und kultureller Kontext », in Jack Beatson und Reinhard Zimmermann (Anm.), Juristen Entwurzelt: Deutschsprachige Emigré-Anwälte im 20. Jahrhundert Großbritannien (2004), 9 ff. (iii) Sowohl nach deutschem Recht als auch nach den Grundsätzen entbindet die Kündigung des Vertrages beide Parteien von ihren Verpflichtungen für die Zukunft. [214] Was die bisherigen Leistungen betrifft, so ist es in den Bemerkungen zu den Grundsätzen mühsam, klarzumachen, dass die Kündigung im Gegensatz zum französischen Recht nicht rückwirkend funktioniert. [215] Die Gründe für diese Stellungnahme sind im Wesentlichen, dass a) der Gläubiger nicht daran gehindert werden sollte, Schadensersatz für seinen Erwartungsverlust zu verlangen,[216] b) es kann eine Reihe von Bestimmungen im Vertrag geben, die eindeutig auch dann gelten sollen, wenn der Vertrag gekündigt wird, wie etwa Streitbeilegungsklauseln,[217] und c) es unangemessen wäre, den Austausch von Leistungen für die Vergangenheit rückgängig zu machen, wenn ein Vertrag erfüllt wird, einen Bestimmten Zeitraum. [218] In all diesen Punkten vertritt das deutsche Recht die gleiche Auffassung. Die Kündigung schließt einen vertragsbasierten Schadensersatzanspruch nicht mehr aus. [219] Darüber hinaus verändert die Kündigung lediglich das Vertragsverhältnis und berührt daher bestimmungen wie Streitbeilegungsklauseln nicht.

Und für alle Verträge, die über einen bestimmten Zeitraum ausgeführt werden sollen, enthält der Kodex nun eine besondere Bestimmung, die dem Geschädigten das Recht einräumen, den Vertrag « aus einem wichtigen Grund » zu kündigen. [220] Diese Art der Kündigung wird [Seite 45] genannt und funktioniert lediglich ex nunc. [221] Darüber hinaus verfolgen die Grundsätze einen liberalen Ansatz bei der Erstattung der im Rahmen des Vertrags erhaltenen Leistungen. [222] Die allgemeine Regel ist in den Unidroit-Grundsätzen klarer als in den Grundsätzen des europäischen Vertragsrechts formuliert: Bei Beendigung des Vertrags kann jede Partei die Rückgabe von allem, was er geliefert hat, verlangen, sofern er gleichzeitig die Rückgabe dessen, was er erhalten hat, leistet. Ist eine Rückgabe an Sachleistungen nicht möglich oder angemessen, so kann der Wert der Leistung wiedereingezogen werden, wenn dies angemessen ist. [223] Dies entspricht im Großen und Ganzen dem deutschen Recht, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass diese eine Person nicht mehr ihr Recht auf Rückgabe verliert, wenn sie für ihre Unfähigkeit verantwortlich ist, den erhaltenen Gegenstand zurückzugeben, sondern wie die Grundsätze das Mittel einer Wertrückerstattung verwendet. [224] Der bedeutendste Unterschied zwischen den Grundsätzen und dem deutschen Recht in diesem Bereich liegt in der Spezifität der jeweiligen Regeln, die von beiden Systemen bereitgestellt werden. [225] Eine der grundwesentlichen Komponenten des BGB ist die Doktrin der abstrakten Entfremdung des Eigentums (deutsch: Abstraktionsprinzip) und ihre damit einhergehende Trennungslehre (Trennungsprinzip). Abgeleitet aus den Werken des Pandectisten Friedrich Carl von Savigny unterscheidet der Kodex stark zwischen Pflichtverträgen (BGB, Buch 2), die vollstreckbare Verpflichtungen schaffen, und « echten » oder Entfremdungsverträgen (BGB, Buch 3), die Eigentumsrechte übertragen. Kurz gesagt, die beiden Lehren sagen: der Eigentümer, der eine Verpflichtung zur Eigentumsübertragung hat, macht Sie nicht zum Eigentümer, sondern gibt Ihnen lediglich das Recht, die Eigentumsübertragung zu verlangen.

Das gegenteilige System, das Kausalsystem, ist in Frankreich und anderen Rechtsordnungen wirksam, die durch französisches Recht beeinflußt sind, nach denen eine Verpflichtungsvereinbarung ausreicht, um das Eigentum zu übertragen; keine nachträgliche Beförderung erforderlich ist.