Bei der Diskussion um Lohnverhandlungen auf zentraler, Industrie- und Kleinstebene achten Den Butter und Mosch besonders auf die spezifischen Anreize, die den Parteien zur Zusammenarbeit und zu einer Einigung geboten werden. Dabei wird argumentiert, dass der institutionelle Rahmen der Niederlande eng mit Mikroargumenten über den Aufbau vertrauensbildender Netzwerke übereinstimmt. Bei der Untersuchung der spezifischen Mikrobedingungen der niederländischen Politik und der Art und Weise, wie Vertrauen zum Wirtschaftswachstum beiträgt, verankern die Autoren ihre Analyse in dem Warteproblem, das den Lohnfestsetzungsprozess kennzeichnet. Die Lösung des Problems des Opportunismus, der entsteht, besteht darin, das Recht, Verträge auf eine höhere Ebene einzustellen, zuzuweisen, da die Verhandlungsführer auf dieser Ebene weniger anfällig für Opportunismus sind. Eine zweite Studie von Druant et al. (2012) untersucht die Häufigkeit und den Charakter von Lohn- und Preiserhöhungen und deren Wechselbeziehung. (Denken Sie daran, dass der Grad der Lohn- und Preisstarre die Geschwindigkeit der Anpassung der Wirtschaft an makroökonomische Schocks und damit das Ausmaß der Anpassungskosten bestimmt.) Die Untersuchung der Geschwindigkeit, mit der Unternehmen Preise und Löhne ändern, zeigt, dass die Häufigkeit der letzteren etwa halb so hoch ist wie die der erstgenannten– obwohl beide « Serien » eine beträchtliche Zeitabhängigkeit aufweisen. Die allgemeine Klebrigkeit der Löhne übersteigt somit die der Preise. Die Häufigkeit der Lohnanpassung zeigt eine geringere Streuung zwischen den Sektoren und eine höhere Streuung zwischen den Ländern als die Häufigkeit der Preisanpassung. In Verbindung mit einer weit verbreiteten Lohnindexierung ist die Folge von Preis- und Lohnstarrheit die reale Lohnstarrheit, was die Anpassung der Wirtschaft an aggregierte Schocks verteuert. Die Cet.-Analyse der Preis- und Lohnstarre auf Unternehmensebene zeigt, dass die Preise flexibler sind, wenn der Wettbewerbsdruck auf den Produktmärkten stark ist und die Arbeitskosten einen geringeren Bruchteil der Gesamtkosten ausmachen. Die Löhne sind flexibler, wenn die Verhandlungen dezentralisiert sind (auf Unternehmensebene im Gegensatz zur nationalen/sektoralen/regionalen Ebene) und wo der Erfassungsbereich von Tarifverhandlungen und die Strenge der Rechtsvorschriften zum Schutz der Beschäftigung gering sind.

Schließlich werden beschreibende Beweise vorgelegt (z. B. über die vergleichbare Häufigkeit von Lohn- und Preisänderungen und die Synchronisierung zwischen dem Zeitpunkt der Lohn- und Preisänderungen), die zeigen, dass Löhne und Preise auf Unternehmensebene ineinander einfließen und dass Lohn- und Preisstarre insbesondere in arbeitsintensiven Sektoren miteinander verknüpft sind. Babecḱy et al. (2012) untersuchen die Praktiken der nominalen Lohnstarrheit und der Arbeitskostenanpassung, indem sie Fragen im Wage Dynamics Network (WDN) ausnutzen, die nach Fällen von Einfrieren des Grundlohns und der Verwendung von (sechs) anderen Maßnahmen zur Senkung der Arbeitskosten fragen. Sie stellen fest, dass Unternehmen, die der Lohnstarrheit unterliegen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, andere Margen in allen Bereichen zu nutzen. Änderungen bei Boni und Lohnnebenleistungen sind zwei solcher Anpassungsspielräume.